Fränkische Geschichte

Fränkischer Reichkreis (rot gepunktet) und Fränkischer Ritterkreis (blau gepunktet) über die ursprünglichen Gebiete der fränkischen Bistümer Würzburg, Eichstätt und Bamberg gelegt.

Die Fränkische Geschichte der Region beginnt spätestens im 5. Jahrhundert.

Die Zugehörigkeit zum merowingisch-fränkischen Herzogtum Franken des Frühmittelalters ist hier als erste territoriale Epoche zu nennen.

Sehr bedeutend ist zudem die Zugehörigkeit zum im Jahr 742 gegründeten römisch-katholischen Bistum Würzburg bis zum Jahr 1994 (Neugründung Bistum Erfurt). Kleine Teile der Region gehören seit 1752 und bis heute zum damals gegründeten Bistum Fulda.

Das Kloster Fulda ist für die Region, wie auch für die gesamte Kulturregion Franken, von sehr großer historischer Bedeutung.

Im Hochmittelalter gewann der niedere Adel an Selbstständigkeit und Bedeutung. So konnten sich viele lokale Adelsfamilien aus der Lehensabhängigkeit von den Würzburger Bischöfen befreien. Dominierend in der Region wurden die fränkischen Grafen von Henneberg mit ihren zahlreichen Nebenlinien, deren Grafschaften bis 1806 zum Fränkischen Reichskreis gehörten. Die weiteren freien Reichsritter und Adelsgeschlechter waren im Fränkischer Ritterkreis organisiert. Die Hochstifte Würzburg und Bamberg hatten hatten teilweise bis 19. Jhd. hinein Streubesitz in der Region.

Teile der Neuen Herrschaft der Henneberger waren kurzzeitig im Besitz der Burggrafschaft Nürnberg.

 

Wie definiert man Werra-Main-Franken aka „Südthüringen“?

Südthüringen“ entspricht dem im Freistaat Thüringen südlich des Rennsteigs liegenden Teil Frankens, also dem Bereich von Bad Salzungen bis Sonneberg. Dieser Bereich besteht aus jeweils der nördlichen Hälfte der ehemaligen Gefürsteten Grafschaft Henneberg und der ehemaligen Pflege Coburg. Die Grenze zwischen dem Henneberger Land und dem Coburger Land bildet die Sächsische Landwehr. Die südlichen Hälften dieser Gebiete liegen heute vor allem in Bayern, in den Regierungsbezirken Unter- und Oberfranken.
Richtig fränkisch wurde das Gebiet im Zuge der Fränkischen Ostkolonisation, die im Henneberger Land wohl schon im 9. Jahrhundert abgeschlossen war und im Bereich der Pflege Coburg vermutlich erst im 12. Jahrhundert beendet wurde.

 

Herkunft des Begriffs „Südthüringen“

Der Begriff „Südthüringen“ ist ein recht neuer Begriff, für den es keinen relevanten historischen Hintergrund gibt. Er wurde vor allem nach der Abschaffung der DDR-Bezirke 1990 etabliert. „Südthüringen“ ist also kein Begriff für eine Region im Sinne einer Landschaft oder einer ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit der Bevölkerung, sondern beschreibt lediglich den südlichsten Teil des Freistaats Thüringen, dessen Vorgänger, das Land Thüringen, erst 1920 entstand.
Das ursprüngliche Thüringen lag nördlich des Rennsteig. So lag auch das historische Südthüringgau (Südthoringi) wesentlich weiter im Norden als das heutige „Südthüringen“.

Wie Werra-Main-Franken zu Thüringen kam

Im Prinzip gab es zwei bereits relativ früh stattgefundene Ereignisse, die unsere fränkische Region in den Herrschaftsbereich der sächsischen Wettiner brachte. Ein weiteres Ergebnisse zeriß nach fast 400 Jahren Existenz die Pflege Coburg:

  • 1291 kam die Pflege Coburg zuerst als Mitgift zur Mark Brandenburg, kam dann 1312 für kurze Zeit noch einmal an die Henneberger um dann 1353 endgültig als Erbteil an das Kurfürstentum Sachsen. zu fallen. So lag die Pflege Coburg von 1512 bis 1806 im Obersächsischen Reichskreis.
  • 1583 starben die Henneberger aus. Zu ihren Lebzeiten hatten sie aus Geldmangel Erbverträge mit den Wettinern abgeschlossen, so dass diese dann die Verwaltung übernahmen, auch wenn das Henneberger Land bis 1806 weiterhin zum Fränkischen Reichskreis gehörte.
  • 1680 kam es zu einer Erbeiteilung, bei der u.a. die Herzogtümer Sachsen-Coburg, Sachsen-Hildburghausen und Sachsen-Meiningen (Sonneberg als Meininger Oberland) entstanden. Hierdruch wurde das Coburger Land als auf Grund geogafischer Gegegenheiten natürlich gewachsene politische Einheit zerstört. Letztendlich ist diese Erbteilung die eigentliche Ursache dafür, dass sich das Coburger Land heute über zwei Bundesländer erstreckt.

So kam es, dass ab 1871 Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg im Deutschen Kaiserreich zu den acht sogenannten Thüringischen Staaten gerechnet wurden. 1920 entstand das Land Thüringen, in dem sieben der acht thüringischen Staaten aufgingen. Coburg ging damals freiwillig zu Bayern. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs kamen auch die damals vorübergehend preußischen Gebiete unserer Region (Schmalkalden, Schleusingen und Suhl) zum Land Thüringen, das bis 1952 Bestand hatte. Ab 1952 gehörte unsere Region bis 1990 zum Bezirk Suhl. 1990 wurde der Freistaat Thüringen gegründet und die Landkreise wurden wieder als eigenständige Einheiten eingeführt.

Der Frankenrechen in „Südthüringen“

U.a. folgende Dörfer, Städte, Gemeinden und Landkreise in „Südthüringen“ haben den Fränkischen Rechen in ihrem Wappen:

Für weitere Hinweise bin ich sehr dankbar!